Montag, Dezember 19, 2005

Weisses Dresden

Der Samstagmorgen in Dresden überraschte uns mit einer über Nacht dahergeschneiten geschlossenen Schneedecke. Und es sollte den ganzen Tag weiterschneien, so daß die an sich perfekte Kulisse für Weihnachten entstand, inklusive lustiger Schneeskulpturen:
Snowbike

In der Frauenkirche waren wir rechtzeitig vor dem Andrang der Hochzeitsgäste, so daß wir genug Zeit hatten, und die wiederaufgebaute Barockkirche in Augenschein zu nehmen.

Der Bau ist wirklich beeindruckend, im Innenraum stehend streckt sich die Kuppel über einem schier endlos in den Himmel, eigentlich eher eine Wirkung, die gotische Kirchenbauten haben. Für eine evangelische Barockkirche waren Malereien und Goldverzierungen sehr üppig geraten. Man ist das ja von katholischen Barockkirchen gewohnt (siehe Basilika in Weingarten), aber für die eher schlichteren evangelischen Kirchen war das hier ein Novum.
Man kann die Wiederaufbauleistung der Frauenkirche wahrscheinlich nicht hoch genug einschätzen, aber es wirkte dann in der Kirche doch etwas unwirklich, fast kulissenhaft. Es fehlte irgendwie die Patina, die man von einem solchen Bauwerk gewohnt wäre, hätte es seine "normale" 300jährige Geschichte auf dem Buckel.

Raus aus der Kirche sind wir dann rüber zum Altmarkt zum Striezelmarkt. Mit der mittlerweilen dicken Schneedecke und der Kulisse des Weihnachtsmarkt konnte man voll in die Weihnachtskitschstimmung eintauchen. Oder nennen wir es einfach emotionales Gefühlssuhlen. Sch(n)ee wars.Weihnachtskitsch

Im übrigen sei hier mal eine Lanze gebrochen für die bodenständige, herzliche und pragmatische Art der Sachsen. Ob des Menschenandranges in der Stadt hätte sich der Berliner wieder voll seiner Muffeligkeit hingegeben, die Sachsen nahmen das alles mit Humor und Freundlichkeit. Vielleicht muss ich irgendwann mal da hinziehen. :-)

2 Comments:

Anonymous Claudia said...

Nachdem ich am Sonntag dem jungen Sinfonieorchester der Dresdner Musikhochschule in der Semperoper gelauscht habe, ging es zum Weihnachtsmarkt. Doch diesmal sollte es nicht der Striezelmarkt sein, sondern der mittelalterliche im Stallhof. Echt super und ein echter Geheimtipp! Denn das hsitorische Ambiente ist überall zu spüren. Mittelalterliches Essen, Handgemachtes zum Kaufen und Narren und Gaukler, die sich unter die Besucher mischen.
Viel besser als das Gedränge auf dem Striezelmarkt also!!

1:22 nachm.  
Blogger sirstick said...

Auf den historischen Weihnachtsmarkt waren wir zuvor auch, zugegebenermassen ein ganz anderes Ambiente als auf dem Altmarkt in sehr schöner Atmosphäre. Am besten finde ich den einen Stand mit Glühwein und Badezuber, in dem sich bisher immer jemand gebadet hat.

3:37 nachm.  

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