Freitag, Oktober 28, 2005

Weltspartag

Heute ist Weltspartag. Als Kind habe ich da früher immer brav meine gesparten Groschen zur Landesgirokasse getragen, weil es da immer Geschenke gab. Ich finde, man sollte diesen Tag mit einer kleinen Geschichte würdigen, der Geschichte des Sparschweins:

"Das Sparschwein

Jahrtausende auf dem Buckel und immer noch aktuell

Angefangen hat alles in der heutigen Türkei, 200 Jahre v. Chr. im damaligen Gebiet Priene. Die Bewohner warfen ihr Gespartes in ein Gefäß, das einem griechischen Schatztempel in Miniatur nachgebaut war und im Dach einen Einwurfschlitz für die Münzen hatte. Die Römer hingegen sammelten ihre Gold- und Silberstücke in birnenförmigen Tonkrügen. Im mittelalterlichen England stellte man Tongefäße aus einer billigen Tonmischung namens „pygg“ her. Daraus wurde die „pygg bank“ und später ein Sparschwein (pig = Schwein), das heute noch jedes Kind in England besitzt. Ausgrabungen in Deutschland förderten neben anderen Tierformen auch eindeutig als Schwein erkennbare Sparbehältnisse zutage, die auf das 13. Jahrhundert datiert werden.

Das Schwein als Glücksbringer

Als Symbol für Glück und Fruchtbarkeit war das Schwein schon früh bekannt. Im Mittelalter erhielten wandernde Studenten als Lohn für landwirtschaftliche Hilfe ein lebendes Schwein mit Wünschen für Glück und Wohlergehen. Ein Jahr später hatten sie als „Zins“ ein Vielfaches ihres ursprünglichen Lohns. So basiert auch das Märchen „Hans im Glück“ auf diesem Brauch. Die Symbolik des Schweins als Glücksbringer beruht auf dem Lebenszyklus dieses Allesfressers. Man füttert es das Jahr über mit allen möglichen Essensresten und mästet es auf diesem Weg, bis es prächtig rund ist und geschlachtet wird. So wächst der eigene Wohlstand. Im Idealfall mehren zahlreiche Ferkel das Hab und Gut zusätzlich. Der Ausdruck „sein Sparschwein schlachten“ kommt damit nicht von ungefähr. Dem Bruder aus Ton oder Plastik blüht heute dasselbe Schicksal, wenn er auch nicht immer zerschlagen, sondern nur mit einem Schlüssel den Bauch aufgeschlossen bekommt.

Der grenzenlose Siegeszug des Sparschweins

In all den Ländern, in denen es erst gemästet und dann verzehrt wird, kennt man daraus abgeleitet auch das Schwein als Sparbehältnis. Die frühen Schweinchen aus Ton wurden von den Spaniern und Italienern bei ihren Expeditionen nach Mexiko, Südamerika und in die USA mitgenommen. In Europa gelangten die Kaufleute durch ihre Handelsgeschäfte in verschiedene Länder. So erreichte das Sparschwein insbesondere Frankreich, Belgien, Niederlande, Dänemark, England und Deutschland. Auch Menschen in Asien und in Teilen Afrikas wissen um diesen Brauch."
(via)

(bitte ablegen unter: Wissen, welches man unter Umständen bei Herrn Jauch bei der 500.000 EUR-Frage gewinnbringend einsetzen kann)