Freitag, September 09, 2005

IAA Countdown: The Speed Issue

Auf zu Teil zwei des IAA Countdowns, nachdem es vorgestern um die all time favourites in Sachen Autos ging, will ich mich heute den schnellsten und langsamsten Gurken widmen, in denen ich meinen kleinen Hintern bislang spazieren fuhr oder gefahren bekam.

Die Top3 der schnellsten Karren wird von einer Marke dominiert: Porsche. Als gebürtiger Schwabe hat man da auch keine andere Alternative, oder?

1. Porsche 959
Yep! Dickes Ausrufezeichen! Und das kam so: Freunde meiner Eltern waren befreundet mit dem damaligen Entwicklungschef bei Porsche, Professor Bott. Der Prof. Bott der den Porsche 959 mit entwickelt hatte. Und auch einen fuhr.

Ich glaube ich war gerade 18 oder so als die Freunde meiner Eltern in ihrer Firma Sommerfest feierten. Ich kam gegen später dazu und mir entgleisten natürlich alle Gesichtszüge, als ich den Porsche 959 dort auf dem Hof stehen sah. Ganz aufgeregt flitzte ich zu meinen Eltern um Ihnen - fast hyperventilierend - von der Mörderschleuder auf dem Parkplatz zu erzählen. Was ich nicht wusste war, daß Prof. Bott gerade bei meinen Eltern stand und mir breit grinsend den Schlüssel in die Hand drückte, damit ich mich mal reinsetzen konnte. Kurz danach kam er raus und fragte mich, ob ich Lust hätte mit ihm mal ne Runde zu drehen. Wildes Kopfnicken.

Also rein in die Karre, raus auf die Umgehungsstrasse, dann auf die Autobahn. Und dann die Klassikersituation: Auf der linken Spur kam ein 911 Porsche in schneller Fahrt an, als wir uns noch auf der Beschleunigungsspur befanden. Der Professor fackelte nicht lang, *klack* einen Gang zurück, Vollgas, *klack* hochschalten, *klack* hochschalten, *klack* hochschalten, irgendwas zwischen 270 und 280 km/h auf der Uhr, den 911er Fahrer demoralisiert, Bremsen, *klack* runterschalten, *klack* runterschalten, Autobahnausfahrt, raus und zurück.
Ich glaube ich habe einen ganzen Tag gebraucht um das Adrenalin abzubauen, während ich dies tippe muss ich immer noch breit grinsen.

2. Porsche 911 Carrera
Mein Freund Andi hat sich einen Traum erfüllt und sich letztes Jahr einen alten 911 Carrera gekauft (Baujahr 1985). Mit selbigem waren wir letztes Jahr mal in Leipzig. Auf der Hinfahrt fuhr Andi. Auf der Rückfahrt ließ mich Andi ans Steuer. Sonniges Wetter, trockene Fahrbahn und kaum Verkehr. Leipzig Messe bis Autobahnausfahrt Beelitz vor Berlin (da wo das Tempolimit wieder anfängt) in 45 Minuten. 260 km/h gab der Wagen her und er musste viel geben. Das schönst war aber die Akustik beim beschleunigen und hochschalten. Luftgekühlter Boxer im Heck, großes Tennis!

3. Porsche 928
Wieder über Professor Bott hatten wir 1989 die Möglichkeit, das Porsche Entwicklungszentrum in Weissach zu besichtigen, natürlich nicht ohne den Besuch der hauseigenen Teststrecke.
Als wir dort ankamen, standen da der 959, 911 turbo und ein 928GT zur Auswahl. Letzeren fuhr ich dann in Begleitung eines Testfahrers um die Strecke. War bischen wie Rallye fahren, denn der Testfahrer sagte mir immer die Kurven, Gänge, Geschwindigkeiten und Lenkwinkel an.
Nach zwei Runden hatte ich Vertrauen ins Gefährt und liess es für meine Verhältnisse krachen. Der Testfahrer neben mir hat wohl müde in sich hineingegrinst, aber für mich wars der Kick. Die Teststrecke ist sehr kurvig, es gibt nur eine lange Gerade an die eine langgezogene Rechtskurve zu Start und Ziel anschliesst. Auf der Geraden holte ich alles aus der Karre raus und bremste mit 240 km/h die Zielkurve an. Da ich etwas zuviel Geschwindigkeitsüberschuss in die Kurve mitnahm, begann der 928 mit seinen 1580kg heckwärts nach aussen zu schieben und ich fand mich plötzlich durch die Kurve driftend wieder. Dank der ruhigen Ansagen des Testfahrers korrigierte ich den Lenkwinkel und brachte das Geschoss gut durch die Kurve. Die weichen Knie beim Aussteigen gab es gratis dazu!

And now to something completely different: die Top3 der langsamsten Vehikel!

1. VW Käfer
Damals im Studium nahm mich ein Freund meistens von Stuttgart nach Ravensburg mit. Er fuhr einen alten VW Käfer mit 6V-Elektrik. Schöner Wagen aber unglaublich langsam. Das beste, was einem passieren konnte war ein zügig gefahrener LKW vor einem, der so mit 100-110 km/h auf der Autobahn hinschnürte. Dann nix wie ab in den Windschatten und hinterherzuckeln. Mehr war nicht zu holen!

2. Citroen 2CV
Der damalige Freund meiner Schwester fuhr eine Ente. Mit der sind wir einmal im Winter losgefahren, um meine Schwester fürs Wochenende aus dem Internat auf der schwäbischen Alb abzuholen. Die Wirkung der Heizung ging gegen null, also saßen wir mit Schal und Wollmütze im Auto. Bis zu dem Moment, als wir den Albtrauf überwinden mussten (für Nichtschwaben: bitte hier nachlesen). Die Steigung überforderte das 34 PS-Motörchen fast komplett, es röhrte und röchelte, aber es schaffte dann doch noch die Steigung. Danach wars auch mollig warm im Auto, denn der Motor hatte die Spritzwand zur Fahrgastzelle derart erwärmt, daß wir endlich die Daunenjacken ausziehen konnten. Einmal auf der Alb schafften wir auf ebener Strecke auch sensationelle 120 km/h.

3. VW Passat Variant Diesel/Ford Fiesta
Den dritten Platz teilen sich zwei Autos. Als ich meinen Führerschein machte, fuhr meine Mutter einen VW Passat Variant Diesel mit sensationellen 54 PS. Der fuhr mit langem Anlauf gerade mal 140 km/h. War aber mir egal, was zählte war die neugewonnene grenzenlose Mobilität, wenn ich den Wagen mal ausleihen durfte. Das war dann auch das Auto, mit dem ich meinen ersten Unfall hatte und eine Verkehrsinsel abrammte, nachdem ich davor auf einer Eisfläche in der Kurve ins rutschen gekommen war. Wenigstens blieb es in der Familie. Schön war auch die Farbe des Wagens, offiziell hieß die 'Inarisilber' in Wirklichkeit wars aber ein Grün-metallic.

Der Ford Fiesta war MEIN ERSTES AUTO. Vor mir fuhr den meine Schwester, davor eine Bekannte von uns. War also auch sowas wie ein Familienmitglied. Für den Wagen habe ich damals meine erste Vespa verscherbelt, um für 800 DM meiner den Fiesta zu kaufen. Der Wagen hatte schon einen Austauschmotor, statt der ursprünglichen 40PS hatte der den 'grossen' Motor aus dem Escort mit 51 oder 54 PS. Reichte auch grad mal für 140 km/h, aber Ahmet Gündüz (ich benannte ihn nach dem ersten Song, der im Autoradio kam) brachte mich überall hin. Und liegt jetzt in Hamburg auf dem Schrottplatz begraben, nachdem ihm 1995 der TÜV keinen Segen mehr gab. Ruhe in Frieden.

2 Comments:

Anonymous Anonym said...

Drei Porsche in den Top Ten lässt tief in dein Schwäbisches Herz blicken. Wie gut, dass du nicht so über Benzer denkst und 190D, 200D und C180 in der Liste hattest.

Hier mein Gegenvorschlag:

1. Porsche 911 GT2
2. Mercedes S-Klasse bis Ende der 80er
3. Volvo P180
4. New Mini
5. Landrover
6. BMW Z3 M-Coupe
7. VW Käfer
8. Alfa Romeo Brera
9. Maserati Quadroporte
10. Der Mercedes Citaro, mit dem ich jeden Tag zur Arbeit gefahren werde

8:55 nachm.  
Blogger sirstick said...

Brera und Quattroporte sind auch sehr schön. Ich habe auch noch über den Volvo P120 Amazon nachgedacht, der hätte es auch verdient!

9:59 nachm.  

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