Freitag, Juni 17, 2005

Konzerttest

"Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul." Also bin ich gestern zur rbb Rocknacht auf der Waldbühne gegangen, die Karten waren geschenkt - koscht ja nix. Das Lineup an sich hätte mich nicht gerissen, es spielten Ich und Ich, Anett Louisan, Silbermond und Juli. Also die Teeniedeutschpopmischung einmal zum Mitnehmen. Aber ich will ja unvoreingenommen sein....

Zuerst spielten Ich und Ich, deren Existenz sich vollkommen meiner Kenntnis entzog, bis mir gesagt wurde, daß das die Band von Anette Humpe - der kleinen Schwester von Inga Humpe. Der Bassist meiner ehemaligen Band "Wir tun's für Anna" hatte seinen Bass gebraucht vom damaligen Bassisten von Inga Humpe gekauft. Das ist aber eine andere Geschichte. Die einzige Aufmerksamkeit, die Ich und Ich bei mir auslösten waren die Gesangsstellen, an denen Anette es ums verrecken nicht geschafft hat, die richtige Tonhöhe zu treffen. Das passierte leider nicht nur einmal. Gottseidank spielten die nicht allzu lang.

Die Umbaupausen wurden von sehr peinlichen Radio1-Moderatoren überbrückt, der eine in Goldglitzerhose, der andere in Lederhosen. Muß man sich beschissen anziehen um auf einem Konzert witzig rüberzukommen? Egal!

Als zweites kam das säuselnde Moppelchen Anett Louisan. Die war wirklich harmlos, die wollte doch nur spielen. Sie wirkte auf der Bühne wirklich etwas verschüchtert, was aber fast schon den Beschützerinstinkt auslöste. Die kleinen Mädchen um mich herum freuten sich aber dolle und konnten auch fleissig alle Texte mitsingen. Auf jeden Fall hat Anett ein schönes Stimmchen, gute Musiker und hat gut gespielt. Aber man war eher geneigt, sich am Bierstand noch ein Getränk zu holen und sich irgendwo abzuliegen und den lauen Sommerabend zu geniessen mit der Mucke im Hintergrund. Stehend im Innenraum kam ich mir etwas blöd vor.



Eine kurze Umbaupause später kam Silbermond. Und die machten wirklich Spaß. Die Sängerin hatte in kürzester Zeit einen Draht zum Publikum aufgebaut, tobte über die Bühne, rockte mit ihren Jungs und hatte einfach verdammt gute Laune. Und so muß für mich auch ein Konzert funktionieren. Kein pseudocooles Gehabe oder Attitüden, einfach druff uff die Zwölf. Coole Sau!



Nochmal umgebaut kamen Juli auf die Bühne. Und die hätte man sich komplett schenken können. Sängerin Eva konnte nur in ihrer Rolle als arrogante Zicke brillieren, alles wirkte hölzern und einstudiert. Nach jedem Song erstmal am Volvic-Fläschen nuckeln um dann in die Stille hinein irgendeine belanglose Anmoderation des nächsten Stückes zu nuscheln... laaaangweilig. Fand ich, die tobende Masse um mich herum war anderer Meinung, also habe ich mich dann wirklich an den Bierstand verpieselt, noch was getrunken und die Atmo der abendlichen Waldbühne genossen:



Wenn man mir vor dem Konzert ein paar Songs von Silbermond und Juli vorgespielt hätte, ich wäre nicht in der Lage gewesen zu sagen, wo die eine Band aufhört und die andere anfängt. Jetzt habe ich was dazugelernt. Und mit Stefanie von Silbermond würde ich gerne ein Bierchen trinken gehen.

1 Comments:

Anonymous Anonym said...

Wenigstens gibt es eine Person auf dieser Welt, die kappiert hat, dass Silbermond und Juli mega voneinander entfernt sind.

5:22 nachm.  

Kommentar veröffentlichen

<< Home