Mittwoch, Januar 19, 2005

Münti vs. Schumi

Herr Schumacher hat ja neulich im Rahmen einer der zahlreichen Spendengalas zugunsten der Tsunami-Opfer 7,5 Millionen Euro gespendet. Schon unmittelbar danach wurden einige Stimmen laut, die Herrn Schumacher hier Profilierungssucht unterstellten. Ich vermute ja immer erstmal das Gute im Menschen und denke, Herr Schumacher wollte andere dazu anspornen, ebenfalls zu spenden. Als siebenfacher F1-Weltmeister muß man nicht auf dicke Hose machen, da hat man von Amts wegen bereits eine (das war positiv gemeint). Und umgerechnet auf sein Jahresgehalt waren das ungefähr 2 Monatsgehälter, die Herr Schumacher hier hat springen lassen. Soviel zu den Nörglern, die meinen, Herr Schumacher hätte ja ruhig mal mehr geben können, er hätte es ja.

Nun kommt Herr Müntefering - seines Zeichens Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion - und erklärt "Ich mag das nicht, dass einer 7,5 Millionen gibt, der zwischendurch dann keine Steuern zahlt", so geschehen am Montag in der 'N24'-Sendung 'Was erlauben Strunz'.

Hier muß ich ausnahmsweise Herrn Wagner von der Bild-Zeitung recht geben (ich sagte ausnahmsweise), der dies folgendermassen kommentierte:

"Lieber Franz Müntefering,
Sie haben wirklich ein bodenloses Talent für Zwietracht. „Ich mag das nicht“, kritisierten Sie die Tsunami-Spende von Michael Schumacher, „daß einer 7,5 Millionen gibt, der zwischendurch keine Steuern zahlt.“

1. Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
2. Wer gibt Ihnen das Recht, Herzen zu bewerten?
3. Die Menschen in Südasien wollen operiert werden, ein Dach über dem Kopf haben und Wasser trinken.

In dieser Situation kritisieren Sie Schumachers Geld. Meinen Sie wirklich, daß ein Verzweifelter seinen Mund wegdreht – wegen Schumis Millionen? Meinen Sie wirklich, daß er das gereinigte Wasser nur trinkt, weil es Steuer-abgesetzt ist?
Ich habe in meinem Leben so ziemlich alles erlebt. Aber daß ein SPD-Vorsitzender ein helfendes Herz beleidigt, ist das aller-, allerletzte."

Zusatz von meiner Seite: Herr Müntefering, dann schaffen Sie doch bitte mal die Voraussetzungen, daß ein so potenter Steuerzahler wie Herr Schumacher in Deutschland seinen (zumindest steuerlichen) Wohnsitz behält.

In eigener Sache: Als Selbständiger würde ich mich auch mal freuen, wenn ich zumindest die Möglichkeit hätte, meine Steuererklärung ohne Zuhilfenahme eines Steuerberaters zu machen. Es würde mich auch sehr freuen, wenn zumindest die Beamten im Finanzamt teilweise verstehen würden, was sie da machen und was aktueller Stand der Steuergesetzgebung ist.